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  • Jolanda Giardiello

Asalato

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Mit dem Begriff «asalato» (oder auch mit televi, kass kass, kashaka oder banacula) bezeichnet man in Brasilien eine Doppelballrassel, die paarweise gespielt wird und die aus Westafrika, bzw. aus Ghana, stammt. In seiner originalen Form besteht das Instrument aus zwei kleine Kürbisse, die aus dem Swawa-Baum («oncoba spinosa») gewonnen werden, mit Steinchen oder Samen gefüllt und durch eine Schnur miteinander verbunden werden:



Mit diesem Instrument kann man gleichzeitig durch das Schütteln der Kugeln ein Rasselgeräusch und durch das Aufeinanderprallen der Kugeln ein Klacken erzeugen.

Mit diesen zwei Kombinationen von Schallerzeugungen, kann man beliebig viele Rhythmen sowie Überlagerungen von Rhythmen (z.B. 3 gegen 2) erzeugen. Dieses Instrument eignet sich deshalb auch sehr für die Begleitung von verschiedenen, brasilianischen Rhythmen, wie z.B. Samba, Baião, Coco, Iexá, usw. Auf diese einzelne Rhythmen wird zu einem späteren Zeitpunkt näher eingegangen.

Weil ich sehr neugierig auf die Ausdrucksmöglichkeiten dieses Instruments geworden bin, habe ich mir eins selber gebastelt (vgl. Titelfoto). Da hier diese kleinen Kürbisse nicht erhältlich sind, habe ich sie durch Acrylkugeln ersetzt. Meine farbigen Modelle habe ich günstig in einem Spielzeugladen gefunden.


Man benötigt dazu folgendes Material:


- 4 Acrylkugeln, ca. 5cm Durchmesser

- 2 Schnüre, 37 cm, 3 mm Durchmesser

- Perlen, Reis oder getrocknete Mungobohnen

- Zange

- Nagel

- Kerze

- durchsichtiges Klebband


Mit Hilfe einer Zange heizt man den Nagel über eine Kerzenflamme auf. Mit dem heissen Nagel bohrt man in die Mitte jeder Kugelhälften ein Loch in der Grösse, die etwa dem Durchmesser der Schnur entspricht. Durch zwei Kugeln wird dann jeweils eine Schnur hindurchgezogen. Danach werden die Kugeln wieder geöffnet, je zur Hälfte gefüllt und wieder geschlossen. Ich habe für mein Modell getrocknete Mungobohnen verwendet. An den jeweiligen Enden der Kugeln knüpft man ein oder zwei Male die Schnur. Damit die Kugeln stabiler werden, kann man diese an den Öffnungsränder mit einem Klebband befestigen. Auf den Fotos werden die einzelnen Arbeitsschritte nochmals gezeigt:






Die Schnur des Asalatos wird zwischen Zeige- und Mittelfinger gelegt, die erste Kugel wird gut in der Handinnenfläche angezogen, während die andere Kugel an die äussere Handfläche hängt, die senkrecht gehalten wird. Danach dreht man die äussere Handfläche Richtung Decke soweit nach oben, bis man mit dem Ringfinger und den kleinen Finger die zweite Kugel greifen und halten kann. In dieser Position muss die Länge der Schnur an den jeweiligen Enden des Asalatos so angepasst werden, dass zwischen Handfläche und Schnur noch die Breite eines Zeigefingers passen würde. Dies ist die Ausgangsposition, um ein Asalato zu spielen.


Und hier folgt eine kleine Kostprobe des Instruments. Ich habe den «toque de Angola», einen Grundrhythmus der Capoeira, auf den Asalato übertragen:



Ich hoffe, dass dieser kleine Beitrag als Inspirationsquelle dienen kann und vielleicht zu rhythmischen Experimenten ermuntert.


Text, Fotos, Videos: Copyright by Jolanda Giardiello

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